Xbox Kinect für Senioren - Gestensteuerung für Spielspaß und Alltagsanwendung

06.09.2011

YOUSE Gestensteuerung, Innovationsworkshop, Innovation,

Senioren spielen Computerspiele mit Sinn und Verstand

Spielekonsolen mit Gestensteuerung, wie die Microsoft Xbox Kinect, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – auch bei Senioren. Doch die „Generation Plus“ ist bei der Anwendung der Spiele wesentlich anspruchsvoller als die jüngere Generation, wie die Innovationsberatung YOUSE GmbH in einer Studie herausgefunden hat. So wollen die Senioren Computerspiele, die einen Lerneffekt haben, die sie mit anderen Menschen verbinden oder die bei der Rehabilitation helfen – alles unter der Prämisse einer hohen Usability. Neben dem Spielen zeigt die Studie zahlreiche Konzepte, wie Gestensteuerung auch zur Gerätebedienung in Auto, Bad oder Küche eingesetzt werden kann.

Spielspaß oder Zeitverschwendung?

Ende August wagten sich neun Senioren im Alter von 63 bis 78 Jahren sowie fünf Teenager im Alter von 13 bis 19 Jahren in die Labors der YOUSE GmbH in Berlin. Erstes Ziel war der Praxistest der Microsoft Xbox Kinect, die allein durch Körperbewegungen gesteuert wird. 

Die Ergebnisse zeigen, dass die Gestensteuerung schon gut funktioniert, sie lassen jedoch noch großen Spielraum nach oben erkennen: „Ich würde mir das so nicht kaufen – ich sehe keinen Sinn dahinter, meine Zeit beim Zocken zu verschwenden...“ (Rolf Haberstroh, 68). Dr. Christoph Nedopil, ein Geschäftsführer der YOUSE GmbH erläutert: „Um im Kundensegment Generation Plus erfolgreicher zu sein, müssen Spiele und Konsolen noch intuitiver in der Bedienung sein und die Spiele einen größeren Nutzen für den Anwender haben“. Spiele müssen neben einer höheren Usability die Wünsche der älteren Kundschaft nach Geselligkeit sowie nach Training des Denkvermögens, des Bewegungs­apparats und des Koordinationsvermögens wesentlich besser erfüllen. Sie können sogar zur Rehabilitationsunterstützung eingesetzt werden.

Gestensteuerung im Alltag

„Neben dem Spielen sehen wir großes Potenzial zum Einsatz von Gestensteuerung im Alltag vor allem bei der Bedienung weit entfernter Geräte oder in Situationen, in denen der Nutzer beide Hände für etwas anderes benötigt“, so Nedopil.

Gestensteuerung kann in der Küche dabei helfen, den Kühlschrank oder den Ofen zu öffnen, wenn man den Braten in beiden Händen hält, den Wasserhahn zu bedienen, wenn der heiße Nudeltopf abgeschreckt werden muss oder das Licht anzuschalten, wenn die Finger vom Teigkneten schmutzig sind. Im Bad kann mit Hilfe von Gestensteuerung der Lichtschalter bedient oder das Telefon angenommen werden, während man gerade in der Badewanne oder auf der Toilette sitzt. Der Einsatz der Gestensteuerung im Kraftfahrzeug dient neben dem Komfort auch der Sicherheit. Innenraumlicht, Radio und Temperatur könnten während der Fahrt gesteuert werden, ohne den Blick von der Straße nehmen zu müssen.

Die Studie verdeutlicht auch, dass das Potenzial der Gestensteuerung in Kombination mit Sprachsteuerung stark erhöht wird. So ist die Sprachsteuerung z.B. bei der Zieleingabe für das Navigationsgerät klar im Vorteil, verliert jedoch ihren Nutzen, sobald Hinter­grund­geräusche zu stark werden oder schlafende Mitfahrer nicht gestört werden sollen.

Dr. Sebastian Glende, ebenso Geschäftsführer von YOUSE, erklärt: „Die Studie zeigt das hohe Potenzial und die Akzeptanz der Gestensteuerung im Alltag – besonders bei Senioren. Sie bietet Ansatzpunkte für zahlreiche nutzergerechte Innovationen.“ Zukünftig wird bei einer Vielzahl von Geräteentwicklungen zu überlegen sein, ob und inwieweit eine herkömmliche Steuerung durch eine Kombination aus Gestensteuerung und Spracheingabe ersetzt oder ergänzt werden sollte.

Hintergrund Computerspiele und Senioren[1]:

Computerspiele genießen nicht nur bei Teenagern große Beliebtheit, sondern zunehmend auch bei der Generation Plus. So stieg das durchschnittliche Alter der Menschen, die PC- und Konsolenspiele kaufen und diese auch selbst nutzen von 23,6 Jahren im Jahr 2008 auf 26,6 Jahre im Jahr 2010 – das ist ein größeres Altern der Spielerschaft, als das normale Altern der Bestandsspieler erwarten lassen würde. So überrascht es auch nicht, dass im Jahr 2010 bereits 14% der über-50-Jährigen Deutschen Videospiele spielen – sei es auf dem PC, an der Konsole oder im Internet.

Insbesondere Spielekonsolen erfreuen sich in der Generation Plus immer größerer Beliebtheit: Wurden 2008 noch 1,14 Millionen Spiele für Konsolen an die Generation Plus in Deutschland verkauft, waren es im Jahr 2010 schon 2,12 Millionen Spiele – ein Wachstum von 36% pro Jahr (siehe Grafik).

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 Olaf Wolters, Geschäftsführer des BIU, erklärt den Hintergrund: „Mit neuen Spielkonzepten hat die Branche auch ältere Gamer erreichen können. Senioren bevorzugen auf der Konsole vor allem Bewegungsspiele wie Tennis und Bowling. Dies ist mit der neuen Generation von Spielkonsolen, wie der Nintendo Wii, der Microsoft Kinect oder der Sony Move leichter möglich.“

Hintergrund YOUSE GmbH

Die YOUSE GmbH wurde im Januar 2010 von den beiden TU-Berlin-Absolventen Dr.-Ing. Sebastian Glende und Dr. Christoph Nedopil gegründet und beschäftigt sich mit der nutzerfreundlichen Entwicklung technischer Produkte und Services insbesondere für die Generation Plus. Die innovative Geschäftsidee der zwei TU-Gründer wurde bereits im Jahr 2009 mit dem EXIST-Gründerstipendium des Wirtschaftsministeriums gefördert. 2010 gewann YOUSE den Businessplanwettbewerb Berlin-Brandenburg.

Seit der Gründung arbeitet die Firma in internationalen Forschungskonsortien sowie für Großkonzerne (z.B. Deutsche Telekom) und verschiedene mittlere und kleine Firmen in zahlreichen Innovationsprojekten, u.a. in den Bereichen Smart Home und Robotik.

Kontakt

Für weitere Anfragen und die Koordination persönlicher Statements:

Valerie Hunstock
YOUSE GmbH
Winsstr. 62, 10405 Berlin

valerie.hunstock@youse.de
+49 30 609 873 38
www.youse.de

Fotos

Fotos zur Studie finden Sie unter: www.youse.de/gestensteuerung/fotos.

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[1] Alle Statistiken über den gesamtdeutschen Spielermarkt beruhen auf Daten des Bundesverbands für Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) und der GfK. Die BIU ist die Interessengemeinschaft der Anbieter und Produzenten von Unterhaltungssoftware in Deutschland. Der Verband repräsentiert mit seinen 13 Mitgliedern etwa 80 Prozent des Marktes für Computer- und Videospiele in Deutschland.